15.01.18 12:09

ART WALK am 15.12.17: Das Clemens Sels Museum

 

Beim letzten ART WALK ging es für einen kleinen Kreis KuK-Studierender nach Neuss in das Clemens Sels Museum. Dort starteten wir zunächst mit einem anregenden Gespräch bei einer Tasse Kaffee mit Dr. Ulf Sölter und Romina Friedemann zum Vermittlungsprogramm des Museums. Der stellvertretende Museumsdirektor und die Kuratorin für Kunst des 19. bis 21. Jahrhundert brachten uns ausgesprochen kurzweilig das facettenreiche Vermittlungsprogramm des Museums nahe.

Die Vermittlungsarbeit hat im Clemens Sels Museum einen besonders hohen Stellenwert. Die Bedürfnisse unterschiedlicher Besucherzielgruppen stehen dabei immer im Fokus des Vermittlungsangebot. Für Erwachsene reicht die Bandbreite beispielsweise über klassische (Kuratoren-)Führungen, kunsthistorische Seminare und Workshops bis hin zu den sehr beliebten Formaten Kunstpause und Kunst und Kuchen. Auch die jüngsten und jüngeren Besucher erwartet ein speziell zugeschnittenes programm: Der eigens entwickelte Kinderaudioguide ist neben den Erlebnisführungen und Workshops, die unter anderem an jedem eintrittsfreien ersten Sonntag eines Monats stattfinden, ebenso beliebt wie das Format Kinder führen Kinder. Positive Erfahrungen hat das Museum auch mit verlängerten Öffnungszeiten machen können. So ist das Museum seit einigen Jahren an jedem letzten Donnerstag eines Monats bis 20 Uhr geöffnet, was vor allem von jungen und berufstätigen Besuchern wahrgenommen wird.

Anschließend ging es für uns mit einer spannenden Kuratorenführung durch die Ausstellung "Wunsch und Wirklichkeit. Der Einfluss der Fotografie auf das Porträt." weiter. Die neue Ausstellung widmet sich der Frage nach dem Einfluss der Fotografie auf die Entwicklung des künstlerischen Portraits des 19. und 20. Jahrhunderts. Kuratorin Romina Friedemann wählte dafür rund 100 Portraits berühmter Persönlichkeiten, Musen und Modelle oder auch Selbstportraits aus dem vielfältigen Sammlungsbestand des Clemens Sels Museums aus. Den Gemälden, Lithografien und Holzschnitten stehen historische Fotografien derselben Person gegenüber. Die Ausstellung nimmt damit auch thematisch Bezug zum Aufkommen von Selfies in den digitalen Medien wie Instagram, Twitter und Snapchat und zeigt, dass die makellose Selbstdarstellung durch Fotos kein neuer Trend ist, sondern einen historischen Ursprung besitzt. Ein abschließendes Foto mit der Kuratorin in der eigens für diesen Zweck eingerichteten Fotoecke durfte auch deshalb natürlich nicht fehlen.

Kurzporträt des Museums
Das Clemens Sels Museum Neuss zeichnet sich durch eine besondere Vielfalt seiner Sammlung aus, die ein breites kunst- und kulturhistorisches Spektrum umfasst. Eine herausragende Stellung nimmt dabei die Kunstsammlung ein. Neben bedeutenden Gemälden des Mittelalters und der Niederländer des 17. Jahrhunderts bilden vor allem die Werke der Nazarener, der Präraffaeliten und der Symbolisten eine in Deutschland einzigartige Sammlung. Auch die Rheinischen Expressionisten sind mit herausragenden Gemälden, Grafiken und Glasmalerei im Bestand vertreten. Darüber hinaus besitzt das Museum eine umfangreiche Sammlung von Bildern und Skulpturen der Naiven, die eine völlig eigenständige Position innerhalb der Kunst des 20. Jahrhunderts einnehmen. Im Bereich der Gegenwartskunst bildet die Farbmalerei einen weiteren Sammlungsschwerpunkt des Hauses. Die übrigen Bereiche bieten Einblicke in die Ur- und Frühgeschichte, die historische und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Neuss sowie in die Entstehung der regionalen bürgerlichen Kultur. Insbesondere die archäologische Abteilung zeigt interessante Fundstücke aus dem römischen Militärlager in Neuss, das bereits um 16 vor Christus errichtet wurde. Beherbergt werden die Bestände in zwei miteinander verbundenen Gebäuden, dem Obertor und dem Deilmannbau, der nach umfangreichen Sanierungsarbeiten 2015 wiedereröffnet wird.

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